Update bis 30.09. – sonst droht der TI-Bruch.
Der Countdown läuft: Bis zum 30. September 2026 müssen Praxen und Einrichtungen ihre Konnektoren aktualisieren. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat am 27. August erneut darauf hingewiesen, MFA-heute hat am 2. September nachgelegt – und die gematik warnt gemeinsam mit Berichten im Deutschen Ärzteblatt vor konkreten Folgen. Ab dem 1. Oktober 2026 werden die ersten elektronischen Gesundheitskarten ausgegeben, die ausschließlich mit dem Verschlüsselungsverfahren ECC arbeiten. Ohne passendes Update kann der Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) stocken oder abreißen . Was bei TI-AusfällenTI-Ausfälle & StabilitätDie Telematikinfrastruktur fällt nach gematik-Einschätzung unangenehm oft aus. Das FAQ fasst zusammen, was Praxen und Versicherte bei TI-Störungen tun können und worauf beim Konnektor-Update zu achten ist. zu tun ist, steht im FAQ.
Für dich als Versicherte:n und für Praxisteams heißt das vor allem: Es geht nicht um eine optionale IT-Pflege, sondern um die Alltagstauglichkeit von Kartenlesen, Abrechnung und digitalen Anwendungen.
Warum jetzt ein Update nötig ist
Die TI stellt ihre Kryptografie von RSA auf ECC (Elliptic Curve Cryptography) um. Die Migration läuft seit Anfang 2026; mit den ersten ECC-only eGKs ab Oktober 2026 wird der Wechsel spürbar. Ältere Softwarestände auf Konnektoren können mit diesen Karten und dem neuen Verfahren nicht zuverlässig umgehen.
Die gematik macht deshalb klar: Einbox- und Highspeed-Konnektoren müssen auf die jeweils aktuelle Produktversion gebracht werden – sonst drohen Unterbrechungen beim Verbindungsaufbau zur TI. Die KBV ergänzt den Praxisblick: Störungen im Betrieb und aufwändige papiergebundene Ersatzverfahren sollen vermieden werden. Wer den Stichtag verpasst, riskiert also nicht nur Technikstress, sondern auch Wartezeiten und Mehraufwand am Empfang.
Was genau aktualisiert werden muss
Nicht jeder Konnektor heißt gleich – und nicht jede Produktversion ist dieselbe Zahl. Entscheidend sind zwei Linien:
- Einbox-Konnektoren (die klassischen Geräte in vielen Arzt- und Psychotherapiepraxen) müssen auf die Produktversion PTV6 aktualisiert werden.
- Highspeed-Konnektoren (häufig im Umfeld von TI-Gateways) müssen auf PTV2.
Laut KBV haben die meisten Praxen das PTV6-Update bereits eingespielt. Wer noch auf einem älteren Stand – etwa PTV5 – hängt, muss bis zum 30.09.2026 nachziehen. Highspeed-Konnektoren betreffen vor allem Gateways und größere Anbindungen: Hier kümmert sich in der Regel der Anbieter um die Aktualisierung – Praxen sollten aber nachfragen und sich den Stand bestätigen lassen, statt still anzunehmen, dass alles erledigt ist.
Kurz gesagt: PTV6 für die Einbox, PTV2 für Highspeed – und beides vor dem Oktober-Start der ECC-only-Karten.
Was „ECC-only eGK“ für den Praxisalltag bedeutet
Die elektronische Gesundheitskarte bleibt äußerlich vertraut. Neu ist die Kryptografie: Ab dem 1. Oktober 2026 kommen Karten, die ausschließlich ECC unterstützen. Alte RSA-Pfade reichen dann nicht mehr aus, um mit diesen Karten sauber zu arbeiten.
Praktisch kann das bedeuten:
- Probleme beim Einlesen neuer Karten,
- Abbrüche oder Fehler beim TI-Verbindungsaufbau,
- Ausfälle bei Anwendungen, die auf den Konnektor angewiesen sind (Versichertenstammdaten, eRezept-Anbindung, ePA-Zugriffe und weitere TI-Dienste – je nach Praxissetup). Praktische Schritte bei Störung von eRezept oder ePAeRezept / ePA gestört – was tun?Bei Störungen von E-Rezept, eAU oder ePA helfen bekannte Fallback-Wege: Papierrezepte, erneuter Abruf, Statusseiten und Rücksprache mit Praxis oder Apotheke. Das FAQ listet die praktischen Schritte. findest du im FAQ.
Für dich als Versicherte:n ist das selten „nur Technik“. Wenn die Praxis die Karte nicht lesen oder die TI nicht erreichen kann, stockt die Identifikation, es drohen Ersatzverfahren auf Papier, und Termine werden länger. Genau deshalb ist der Reminder von KBV und MFA-heute so klar formuliert: Jetzt prüfen, nicht erst am 1. Oktober improvisieren.
Was Praxen und MFA jetzt tun sollten
Die Checkliste ist kurz, aber verbindlich:
- Versionsstand prüfen: In der Verwaltungsoberfläche des Konnektors bzw. in der Praxissoftware die Produkttypversion kontrollieren. Bei Einbox-Geräten sollte PTV6 (6.xx) stehen, nicht mehr 5.xx.
- Automatische Updates aktivieren: Viele Geräte können sich selbst aktualisieren, wenn Auto-Update und Zugangsdaten hinterlegt sind. Fehlt das, manuell nachziehen oder den Dienstleister beauftragen.
- Zeitfenster für den Neustart einplanen: Updates und Neustarts können die TI vorübergehend offline nehmen (häufig im zweistelligen Minutenbereich). Besser bewusst in eine ruhige Phase legen als mitten in die Sprechstunde.
- Highspeed/Gateway-Anbieter kontaktieren: Bei TI-Gateways und Highspeed-Konnektoren den Provider nach dem PTV2-Stand fragen und dokumentieren lassen.
- Nach dem Update testen: Karteneinlesen, TI-Zugang und kritische Anwendungen prüfen. Bei Problemen sofort Hersteller oder IT-Dienstleister einschalten – so empfiehlt es auch die KBV.
Wer erst am 30. September anruft, teilt sich die Warteschlangen mit allen anderen Nachzüglern. Der Reminder vom 2. September (MFA-heute) ist deshalb kein Nice-to-have, sondern die letzte sinnvolle Pufferwoche vor dem Stichtag.
Was Versicherte wissen und fragen können
Du musst keinen Konnektor konfigurieren. Hilfreich ist aber, die Lage einzuordnen:
- Neue oder ersetzte eGKs ab Oktober können ECC-only sein – das ist gewollt und sicherer, setzt aber aktualisierte Praxis-Technik voraus.
- Wenn in der Praxis Karteneinlesen oder digitale Anwendungen haken, kann der Konnektor-Stand eine Ursache sein. Höflich nachfragen, ob das Update bereits eingespielt ist, ist legitim – besonders in den ersten Oktoberwochen.
- Ersatzverfahren (Papier, manuelle Dokumentation) sind Notlösungen. Sie schützen die Versorgung kurzfristig, belasten aber Zeit und Übersicht. Je besser Praxen vorbereitet sind, desto seltener brauchst du sie.
- Deine Krankenkasse steuert die Kartenausgabe; die TI-Anbindung vor Ort liegt bei Praxis, Konnektorhersteller und IT-Partner. Beides muss zusammenpassen.
Sicherheit und Kontinuität: der eigentliche Nutzen
Die Umstellung von RSA auf ECC folgt Empfehlungen für moderne, kryptografisch robustere Verfahren. Für Versicherte und Praxen ist der Nutzen doppelter Natur: höhere Sicherheit in der TI und Kontinuität, wenn die Komponenten mitgezogen haben. Ohne Update kippt der Nutzen ins Gegenteil – dann steht ausgerechnet die sichere neue Karte vor einem System, das sie nicht korrekt bedienen kann.
Deshalb betonen gematik, KBV und Fachmedien denselben Punkt: Das Update ist Teil der ECC-Migration, kein optionales Feature-Release. Wer die Technik der Praxis „immer aktuell hält“, wie die KBV empfiehlt, vermeidet genau diese Bruchstelle.
Fazit: Stichtag ernst nehmen, Support nicht aufschieben
Bis 30.09.2026 müssen Einbox-Konnektoren auf PTV6 und Highspeed-Konnektoren auf PTV2. Ab 01.10.2026 starten ECC-only eGKs; ohne Update drohen laut gematik erhebliche Probleme beim Verbindungsaufbau zur TI – mit dem Risiko von Betriebsstörungen und Papierersatzverfahren. Quellen und Reminder: KBV-PraxisNachricht vom 27.08.2026, MFA-heute vom 02.09.2026 sowie Hinweise der gematik und Berichte im Deutschen Ärzteblatt.
Für Praxen und MFA: Versionsstand prüfen, Update einspielen oder vom Anbieter bestätigen lassen, Neustart und Funktionstest planen. Für Versicherte: Die neue Kartengeneration ist der Anlass – die Vorbereitung liegt in der Praxis-IT. Wer jetzt handelt, hält den Oktober ruhig. Wer wartet, riskiert genau die Verbindungsabbrüche, vor denen alle genannten Stellen warnen.


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